Amazon hat wieder geliehen – und es war wieder Sean Penn. Die Begeisterung vom letzten mal hat sich aber nicht eingestellt. Rezept für "i am sam"? 1/3 "Rain Man", 1/3 "Kramer gegen Kramer", 1/3..naja..Langeweile und Standard-Happy End. Es geht kurz um einen geistig zurückgebliebenen Mann, der von einer kurzen Affäre mit ihrer gemeinsamen Tochter sitzen gelassen wurde. Nu ist sie 7, hat ihren Vater intellektuell überholt und das Jugendamt wird auf den Fall aufmerksam. Sie entziehen ihm das Sorgerecht und er muss sich eine karrieregeile Anwältin suchen, die durch Sam natürlich ihr weiches Herz entdeckt, um seine Tochter zurückzugewinnen.
Das wird dann SO sehr "Kramer vs. Kramer", dass Sam sogar Hoffmans Zeugenaussage Wort für Wort kopiert. Fast so, als wäre man zu faul gewesen, etwas Eigenes zu schreiben, wurde die ganze Rede einfach übernommen & durch einen kleinen "Hey, das ist ja aus Kramer gegen Kramer!"-Einwurf seiner Freunde vor Plagiatsvorwürfen geschützt. Naja.
Der Gerichtsstreit soll dann in die zweite Runde gehen, zu sehen bekommt man ihn leider nicht mehr, da die Fast-Adoptivmutter von Sams Tochter sich auf einmal eines besseren besinnt und ihm unter Tränen erklärt, er sei doch sowieso der perfekte Vater…
Der Film endet dann – Hollywooood! – so, dass alle glücklich übereinkommen und das Kind (die jederzeit neunmalkluge Dakota Fanning) gemeinsam erziehen, mit Anwältin, Adoptivmutter, und behinderten Freunden. Da sag ich doch: geht so. 126 Minuten ausgeprägte Mittelmäßigkeit, juhu.
